Da ist sie also, die Hoffnung, dass dem FC Bayern doch kein ungefährdeter Durchmarsch in der Bundesliga gelingt. Der HSV hat die Münchener an den Rand an einer Niederlage gebracht, drei Punkte Vorsprung am vierten Spieltag sind nicht wirklich viel, und die zwei Beine von Franck Ribéry tragen einen menschlichen Körper und menschliche Züge.
Problematisch nur, dass man sich bei der Suche nach anderen Meisterschaftskandidaten wie ein Durstiger in der Wüste fühlt. Dem HSV traut man den ganz großen Wurf aufgrund der Verletzungsanfälligkeit und der Wechselwilligkeit seines Stars Rafael van der Vaart nicht zu. Die Bremer leiden unter dem Fehlen ihrer Seele Torsten Frings, und ein Diego, zwei große Innenverteidiger und viele begabte Stürmer ohne Torgarantie werden es nicht richten können. Der VfB Stuttgart wundert sich immer noch, wie motiviert seine Gegner gegen den amtierenden deutschen Meister sind, und die Schalker wirken mittlerweile schon beleidigt, wenn sie trotz spielerischer Überlegenheit nur unentschieden spielen.
Man könnte nun dem Humor einiger Redakteure folgen und die Teams aus Bielefeld, Bochum oder Frankfurt zum Bayern-Konkurrenten küren, aber wer macht schon gerne einen schlechten Witz? Da fühlt man sich doch lieber wie ein überforderter Schüler in einer Mathematikklausur und hofft auf einen Meisterschaftsanwärter, den noch niemand auf der Rechnung hat.
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