Die Allianz-Arena in München hat schmale 340 Millionen Euro gekostet. Klar: Ein Sportplatz mit über 100 Logen und einer Hülle aus fast 3000 Luftkissen kann teuer werden. Am vergangenen Samstag hat sich mal wieder gezeigt: Alles für die Katz! Beim FC Bayern herrscht bei Bundesliga-Spielen eine Stimmung als würde der Hund begraben. Einigermaßen hörbar ist in München eigentlich nur der Gästeblock. Dort skandiert der Mob in trauter Regelmäßigkeit: „Wir haben ein Heimspiel in München, Heimspiel in München...“.
Während die Münchener Vereinsführung die Bayern-Fans auf den Rängen offenbar so ungeschickt verteilt hat, dass eine gepflegte Fußball-Atmosphäre kein bisschen aufkommen mag, nutzen die Gästefans die Fahrt nach München immer zu einem Ausflug in die dortigen Biergärten – eben mit anschließendem Besuch eines Spiels ihrer Mannschaft im teuersten Stadion des Landes. Beinahe ist es dann egal, wer in München spielt – ein Heimspiel ist garantiert. Zwar hagelt es regelmäßig Auswärtssiege, aber das liegt eben mehr an der Qualität der Bayern-Mannschaft als an den atmosphärischen Rahmenbedingungen.
Am vergangenen Samstag zeigte sich mal wieder, wie anstrengend es doch sein muss Bayern-Fan zu sein. Unzählige Schalke-Fans waren zu Gast in der Allianz Arena und machten einen Radau, wie man ihn in München allenfalls von großen Momenten im alten Olympia-Stadion her kennt. Und schlimme Dinge sangen die Knappen. Dinge wie: „Für ein Heimspiel seid Ihr ganz schön laut“ oder „Ohne Schalke wär´ hier gar nichts los“ oder eben „Wir haben ein Heimspiel in München“. Und das Schlimmste ist: Jedes Wort stimmte – trotz der fast 3000 Luftkissen, den über 100 Logen und der vielen Millionen.
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