Es ist gar nicht so leicht, elf Spieler aus dem aktuellen Kader des Bundesligisten Energie Cottbus aufzuzählen. Direkt präsent ist dagegen der Name des gerade entlassenen Trainers Petrik Sander. Kein Wunder, denn ihm ist in den letzten Jahren ein echtes Husarenstück geglückt.
Nach dem knurrigen Regiment von Ede Geyer rettete Sander die Cottbusser in angenehm sachlicher Art vor dem Abstieg in die Regionalliga, führte sie dann in die Bundesliga und sicherte ihnen dort im letzten Jahr relativ problemlos den Klassenerhalt.
In dieser Saison konnten die Ostdeutschen in den ersten fünf Spieltagen noch Bäume ausreißen, und es folgte der Rausschmiss des Petrik Sander. Verantwortlich, ein Mann namens Ulrich Lepsch. Lepsch ist Präsident von Energie Cottbus und zählt zu einer Gattung, die oft schon dann unangenehm auffällt, wenn sie sich nur zu Wort meldet.
Viele Präsidenten von Fußballvereinen können auf der Habenseite nur Geld oder einen „guten“ Namen verbuchen. Im Gegenzug mangelt es ihnen meistens an Fußballsachverstand, Intelligenz und Selbstkritik. Diese Herren verkünden bei Trainerentlassungen, dass es nicht um Einzelschicksale sondern um den Verein geht. Meistens stehen sie dann braungebrannt vor der Kamera, und man fragt sich direkt, ob da nicht einfach jemand zu lange in der Sonne gelegen hat.
Ulrich Lepsch hat sich den Platz in einem Gruselkabinett des deutschen Fußballs redlich verdient. Dietmar Artzinger-Bolten, Günter Eichberg, Gerhard Mayer-Vorfelder, Karl-Heinz Wildmoser, Gerd Niebaum oder Rolf Königs (diese Liste ließe sich endlos fortsetzen) sind wahrscheinlich seine großen Vorbilder. Man möchte Herrn Lepsch wünschen, dass er eines Tages in einem leeren Cottbusser Stadion seine Erklärungen abgeben kann, weil es niemanden mehr interessiert, welche Entscheidungen er trifft. Aber das geht natürlich nicht, denn den Fans von Energie Cottbus geht es wirklich nicht um Einzelschicksale, sondern um ihren Verein.
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