1978 sorgte Helmut Schön für Furore am Rio de la Plata. Weniger durch die Leistungen seiner Mannschaft beim zeitgleichen WM-Turnier, sondern viel mehr durch seine Jacke – eine weiße Adidas-Jacke mit großem schwarzem Kragen, einer Brusttasche auf der das DFB-Enblem prangte und Druckknöpfen als Schließsystem. Udo Jürgens verewigte Schön damals mit dem Song „Der Mann mit der Mütze“. Nicht die Mütze, sondern eben die Jacke ist vor kurzem gar von Trendscouts aus Herzogenaurach wieder entdeckt worden und kann mittlerweile als Bestandteil der sogenannten Adidas Originals für 89 Euro in ultracoolen Adidas-Stores erstanden werden. Was das alles mit dem aktuellen Bundesligaspieltag zu tun hat? Eigentlich nicht wirklich viel. Höchstens: seit diesem Wochenende können wir uns wohl davon verabschieden, dass das Outfit von Klaus Toppmöller in 30 Jahren als Toppi Originals die Womanizer in den Diskotheken schmückt.
Klaus Toppmöller hat nach Frankfurt, Saarbrücken und Leverkusen nun in Hamburg vorzeitig die Segel streichen müssen. Mit Ausnahme des Jahres 2002 als er einen soliden Fußball-Club aus einer eher biederen Stadt zum Vizemeister und Champions League-Finalisten machte, hat er nicht viel Zeitloses hinterlassen auf seinen Trainerstationen. Das einzige, was hängen bleibt, sind die eigenwilligen Klamotten von Klaus Toppmöller. Mausgraue Anzüge mit rosa Hemden, Krawatten mit Klaviertastatur-Muster oder unfassbare Nadeln für eben jene Binder – Toppi ist da schmerzfrei. Allenfalls Uli Stielike oder Michael Meier können da noch mitspielen.
Wer weiß schon, was für einen Fußball der Mann aus dem Saarland spielen lässt oder welches System er bevorzugt. Einen Titel hat er nie gewonnen – also auch keinen Pokal, mit dem der interessierte Fan ihn in Verbindung bringen könnte.
Klar, Toppi ist kein Schlechter, er wird sicher bald wieder an der Bande stehen, wenn nicht alles täuscht, an der am Betzenberg. Aber: Klaus Toppmöller ist endgültig angekommen in der Liga der Peter Neururers, der Kurt Jaras und der Friedhelm Funkels dieser Welt. Er ist nun wie seine Klamotten – mausgrau.
Wahrscheinlich wird man sich nur an die erinnern, wenn sich Toppi irgendwann in den Fußball-Ruhestand begibt. Ist ja eigentlich auch schon was, aber eben nicht so cool wie der Mann mit der Mütze.



