Die Welt der Monegassen und der Katholiken hat in den vergangenen Tagen grundlegende Veränderungen erfahren, die Welt der Fußball-Bundesliga befindet sich dagegen in einem relativ ruhigem Fahrwasser. Daran konnte auch Mario Basler nichts ändern, als er in einem Werbespot für eine - zumindest vom Format her - große Sonntagszeitung ein ähnlich antiquiertes Frauenbild verbreitet hat wie der am Samstag verstorbene Papst. Bei Super-Mario geschah das natürlich mit einem unglaublich lustigem Augenzwinkern, über das vielleicht sogar irgendjemand müde lächeln konnte.
Ansonsten gibt es in der höchsten deutschen Spielklasse eine ganze Reihe von Konstanten zu bewundern. Eine Flasche voller Hoffnungen an der Spitze, ein Fass voller Befürchtungen am Tabellenende und ein ewiges Talent, das seit Jahren auf den großen Durchbruch wartet. Das ewigste aller ewigen Talente in der Bundesliga ist aber kein einzelner Spieler sondern ein ganzer Verein.
Seit dem Aufstieg 1979 hat Bayer Leverkusen vor allen Dingen eines getan – man hat vieles angedeutet. Und wie jedes ewige Talent verfügt auch Bayer 04 über ungeahnte Möglichkeiten und eine ungeahnte Portion an Lethargie.
Vorwürfe weist das ewige Talent empört zurück, denn man weiß, was man kann und im Gegensatz zu der großen Masse ist das sicherlich ziemlich viel. Immerhin konnte man sich Triumphe im UEFA-Pokal 1988 und im DFB-Pokal 1993 auf den Wimpel schreiben.
Seit 12 Jahren aber macht das Talent vor allen Dingen durch hohe Ansprüche von sich reden, die viel mit Wunschdenken und wenig mit der Wirklichkeit zu tun haben. Zwischendurch blitzt immer wieder das große Potential auf, manchmal dachte man aber auch schon, dass es nun endgültig um das ewige Talent geschehen sei.
Nun endet die Geschichte eines ewigen Talents in der Regel damit, dass das Publikum sein Interesse an ihm und die gesamte Trainergilde die Geduld mit ihm verliert. Darüber braucht sich Bayer 04 Leverkusen noch keine Gedanken machen, denn schließlich lautet der erste Teil des Mottos des Konzerns im Hintergrund: „Sport fördern“ - und damit sind sicherlich auch ewige Talente gemeint. Erst im zweiten Teil des Slogans ist davon die Rede, dass man auch noch „Menschen begeistern“ will.
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